Hier habe ich euch einen Auszug aus der Geschichte Hainburgs und seiner Umgebung zusammengestellt.
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Die Habsburger - Österreichs  Herren

Ein zeitgeschichtlicher Überblick von 1273 bis 1322

(...hier betrifft besonders die Schlacht bei Jedenspeigen u. Dürnkrut die weitere Geschichte Hainburgs...)

Das in vielfacher Beziehung einheitliche Gefüge der mittelalterlichen Welt begann im 13. Jhdt. systematisch zu zerfallen. Der Alltag der Menschen wandelte sich und wurde immer mehr von rechtlichen und wirtschaftlichen Bestimmungen beeinflusst. Es folgte ein Erstarken der städtischen Lebensform und der Geldwirtschaft. Parallel zu dieser Entwicklung ging die führende Stellung des deutschen Reiches in Europa verloren. Die zentrale Reichsgewalt nördlich der Alpen nahm zusehends ab und zerfiel schließlich. Dies führte sogar dazu, dass zwei "Ausländer", Alfons X. von Kastilien und Richard von Cornwall, zu deutschen Königen gewählt wurden.

Rudolf I.

Im Oktober 1273 wurde der bereits 55 Jahre alte Graf Rudolf I. von Habsburg zum König gewählt. Einziger Gegenkandidat war der Böhmenkönig Przemysl Ottokar II., der sogar einen erfolglosen Protest bei Papst Gregor X. einbrachte. Mit der Wahl Rudolfs endete nach 23 Jahren das Interregnum im Reich. Vielfach herrschte jedoch die Auffassung, dass auch mit ihm ein eher schwacher König gewählt worden sei. Dass sich König Rudolf I. dabei gegen die nur auf ihre eigenen Interessen bedachten Territorialfürsten und die teilweise mächtigen Städte durchsetzten und damit seine Herrschaft festigen konnte, war für viele eine Überraschung. Bereits im Dezember verkündete er den allgemeinen Landfrieden für das Reich und fordert die seit 1245 widerrechtlich erworbenen Reichsgüter zurück. 1275 werden König Przemysl Ottokar II. die babenbergischen und spannheimischen Besitzungen entzogen, da er sich geweigert hatte bei König Rudolf I. um eine Neubelehnung anzusuchen. Die Stadt Wien ist zu dieser Zeit dem Böhmenkönig treu ergeben, er half den Bürgern beim Wiederaufbau der im Frühjahr 1276 durch Feuersbrünste fast gänzlich vernichteten Stadt. Mitte desselben Jahres wird gegen König Przemysl Ottokar II. der Reichskrieg beschlossen. Kärnten, Krain und die Steiermark werden fast kampflos besetzt und König Rudolf I. zieht mit einem Reichsheer nach Österreich. Drei Monate später erkennen die Adeligen Kärntens und der Steiermark Rudolf I. als neuen Landesherren an. Am 18.September 1276 belagert Rudolf I. das ottokartreue Wien. Nach einer kampflosen Unterwerfung muss Przemysl Ottokar II. vor den Toren Wiens mit Rudolf I. Frieden schließen und auf Österreich, die Steiermark, Kärnten, Krain und die windische Mark verzichten. Er wurde dafür jedoch mit Böhmen und Mähren belehnt.

Ottokar II. von Böhmen als Herzog von Österreich, Reitersiegel um 1273

Knapp zwei Jahre später, erhält Wien von König Rudolf I. die alten Stadtrechte bestätigt und wird zum dritten mal zur freien Reichsstadt erhoben. Beinahe zur selben Zeit zieht der Böhmenkönig mit seinem Heer gegen Österreich. Am 26. August 1278 treffen bei den Orten Dürnkrut und Jedenspeigen die Heere Rudolfs I. und Przemysl Ottokars II. aufeinander. In drei Treffen zu jeweils zwei Gruppen kämpfen Österreicher, Steirer, Kärntner, Salzburger, Schwaben, Schweizer und König Ladislaus IV. von Ungarn auf der Seite des Habsburgers gegen ebenfalls drei Treffen aus Böhmen, Mähren, Thüringern, Meißnern, Bayern, Schlesiern, Sachsen und Polen. Die Heere beider Kontrahenten werden auf jeweils 30 000 Mann geschätzt. Gegen Mittag gelang Rudolf , dessen Ritter bereits deutlich geschwächt waren, die entscheidende Wende. Sechzig Ritter brachen in Form eines Keiles in die Flanke der Böhmen und spalteten deren Heer in zwei Teile. Dieser unerwartete und völlig überraschende Flankenangriff führte zu einer panikartigen Flucht des böhmischen Heeres - König Przemysl Ottokar II. wurde erschlagen - und die Verluste seines Heeres sollen bei 12 000 Mann gelegen haben. Ein Großteil war auf dem Schlachtfeld gefallen und viele waren beim Versuch über die March zu entkommen, ertrunken. Nach seinem Sieg zog Rudolf langsam nach Böhmen und nach einer bindenden Abmachung mit der Königinwitwe Kunigunde war der Konflikt zwischen beiden Königen Rudolf und Ottokar endgültig beendet.

Somit gewann König Rudolf I. das Babenberger Erbe im Südosten des Reiches für sein Haus und verfügte dadurch über ein bedeutendes Machtmittel. Und als er dann auf dem Reichstag zu Augsburg, am 17. Dezember 1282, seine Söhne Albrecht und Rudolf  "zur gemeinsamen Hand" mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnte, hat er dem von den Babenberger Herzögen geschaffenen Fundament des modernen Staates Österreich die für die Zukunft lebensfähige politische Form gegeben.

Der Machtbereich der Habsburger um 1282

Mit der Rheinfelder Hausordnung vom 1. Juni 1283 wird das erste habsburgische Hausgesetz beschlossen. Sie bestimmt Herzog Albrecht I. zum alleinigen Regenten in Österreich, der Steiermark, Krain und der windischen Mark. Somit endet die "Doppelregierung" von Albrecht I. und Rudolf II. wobei letzterer binnen vier Jahren mit Geld oder Land abgefunden werden soll - er stirbt allerdings 1290, ohne irgendeine Form der Abfindung erhalten zu haben. Dafür sollte sich sein Sohn Johann bitter rächen.

Im Jahre 1287 lehnen sich Wiener Patrizier gegen Herzog Albrecht I. auf, da dieser die Reichsunmittelbarkeit der Stadt nicht bestätigte. Am 18. Februar 1288 müssen sich Richter, Bürgermeister, Ratsherren und die Bürgergemeinde von Wien verpflichten, Herzog Albrecht I. als rechtmäßigen Herrn anzuerkennen. Wien verzichtet feierlich auf die von König Rudolf I. ausgestellten Privilegien und wird somit wieder zur landesfürstlichen Stadt.

Habsburgs erster König, Rudolf I., stirbt am 15. Juli 1291 im Alter von 73 Jahren auf dem Weg nach Speyer. Er verstand es mit starker Hand durchzugreifen und die Macht des Königs wieder unter Beweis zu stellen. Eines vermochte er allerdings nicht mehr: die Wahl seines Sohnes Albrecht als Nachfolger im Reich zu sichern. In der 2. Hälfte des selben Jahres lehnte sich der steirische Adel, dem sich auch die Kärntner anschließen, gegen Herzog Albrecht auf. Ein Jahr später kommt es in Friesach (Kärnten) zu einem Vergleich, der damalige Landeshauptmann Abt Heinrich II. von Admont wird abgesetzt und der Adel erhält Zugeständnisse.

Am 5. Mai 1295 wählen die deutschen Fürsten einstimmig Graf Adolf von Nassau zum Nachfolger des verstorbenen König Rudolfs I. Im September 1295 erhebt sich der österreichische Adel gegen die habsburgische Herrschaft, als ein Gerücht Herzog Albrechts Tod meldete. Der Adel war unzufrieden mit der Landespolitik Albrechts, dem eine Bevorzugung von Adeligen seiner Heimat (den Schwaben) vorgeworfen wird. Im Frühjahr 1296 erkennt der neue König Adolf von Nassau die Forderungen des österreichischen Adels an, wobei er zusätzlich von König Wenzel II. von Böhmen und und Erzbischof Konrad IV. von Salzburg unterstützt wird. Bereits ein Jahr später söhnt sich Albrecht I. mit Bayern, Böhmen und Salzburg aus, was zur unmittelbaren Niederschlagung des Adelaufstandes führt. Im Februar 1298 beschließt eine Fürstenversammlung in Wien die Absetzung König Adolfs von Nassau und die Wahl von Herzog Albrecht I. zum neuen König. Am 23. Juni 1298 wird Adolf von Nassau auf der Kurfürstenversammlung in Mainz wegen Kirchenfrevel, Rechtsverweigerung, Eidbruch, Unfriedenstiftung sowie Bedrückung der Kirche und der Fürsten abgesetzt. 

Albrecht I.

Zum Nachfolger wird Herzog Albrecht I. gewählt. Eine kriegerische Auseinandersetzung ist die Folge und am 2. Juli 1298 treffen in der Nähe von Worms, auf dem Hasenbühl bei Göllheim die Heere des abgesetzten Königs Adolf von Nassau und des neuen Königs Albrecht I. von Habsburg, zur Schlacht aufeinander. In Einzelkämpfe aufgelöst, fällt die Entscheidung Mann gegen Mann. Adolf von Nassau verliert dabei sein Leben und der Sieg fällt auf die Seite der Habsburger. Somit sichert sich Albrecht I. ,sieben Jahre nach dem Tod seines Vaters, die Königskrone. Noch im September belehnt König Albrecht I. seine Söhne "zu gemeinsamer Hand" mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark und bestimmt Rudolf III., welcher sich im Jahre 1300 mit Blanche de Valois, der Schwester des Königs von Frankreich vermählt, zur Führung der Regierung. Diesem Bündnis mit den Franzosen folgen Auseinandersetzungen mit den Kurfürsten, die darin eine Gefährdung ihrer Macht fürchteten und zudem von Albrecht I. zur Aufhebung der von ihnen eigenmächtig erhobenen Zölle aufgefordert wurden. Die Auseinandersetzung mit den Kurfürsten wird von Papst Bonifatius VIII. zum Anlass genommen ebenfalls Vorwürfe gegen Albrecht, der vom Papst noch immer nicht als König anerkannt wurde, zu erheben. In der Bulle "Unam sanctam" verdeutlicht Bonifazius VIII. am 18. November 1302 den Anspruch des Papsttums auf die Allgewalt über alle weltlichen Mächte und fordert deren Gehorsam. Albrecht I. leistet dem Papst am 30. April 1303 einen Treu- und Gehorsamseid und wird somit auch von der Kirche anerkannt.

Drei Jahre später zieht König Albrecht I. das nach der Ermordung von König Wenzel III. ledig gewordene Reichslehen Böhmen und Mähren ein. Er verleiht es seinem ältesten Sohn, Herzog Rudolf III. von Österreich und der Steiermark, der seine Herzogtümer an seine Brüder Friedrich I., dem Schönen und Leopold I. weitergibt. Am 16. September 1306 wird Rudolf III. zum König von Böhmen gekrönt - er stirbt jedoch  am 15. August 1307 unerwartet.

An der Reuß bei Brugg, nahe der habsburgischen Stammburg wird der 53jährige König Albrecht I. am 1. Mai 1308 von seinem Neffen Johann ermordet. Der etwa 18jährige Johann "Parricida" (Verwandtenmörder) ist der Sohn Herzog Rudolfs II., der nach den Bestimmungen der Rheinfelder Hausordnung von der Regentschaft ausgeschlossen wurde und niemals eine Abfindung erhielt.

Albrecht I. Siegel mit Reichsinsignien

Sechs Monate später wird Graf Heinrich VII. von Luxemburg zum neuen König gewählt. Erneut hatten sich die Fürsten für ein anderes Geschlecht entschieden, um die Vormachtstellung der Habsburger im Reich zu verhindern. Nach knapp einem Jahr kommt es in Speyer zum Vergleich zwischen dem neugewählten König Heinrich VII. und den Söhnen des verstorbenen König Albrechts. Herzog Friedrich I. der Schöne und sein Bruder Leopold I. werden erneut mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnt. Während die Habsburger mit der Verfolgung der Mörder ihres Vaters beschäftigt sind, nutzt der Wittelsbacher Herzog Otto III. von Niederbayern, deren Abwesenheit aus, um den österreichischen Landadel zu einem Aufstand gegen die Habsburger zu bewegen. Der Großteil der Wiener Einwohner bleibt jedoch seinen Herzögen Treu und schlägt die antihabsburgische Bewegung in der Stadt nieder. Doch die Weinberge der Umgebung Wiens bleiben vom Landadel nicht verschont und werden verwüstet. Die ebenfalls herzogstreu gebliebenen Steirer, unter ihrem Landeshauptmann Ulich von Walsee, greifen schließlich ein und stellen die Ruhe und Ordnung im Herzogtum wieder her. Im Jänner 1310 hält Herzog Friedrich I. der Schöne, ein strenges Strafgericht gegen die Anführer des Adelsaufstandes und sein Bruder Leopold I. in den Vorlanden gegen die Mörder ihres Vaters.

Am 29. Juni 1312 wird nach 62 Jahren wieder ein Deutscher in Rom zum Kaiser gekrönt - Heinrich VII. lässt sich im Lateran von zwei Kardinälen krönen, da Papst Klemens V. bereits 1309 nach Avignon übersiedelt ist.

Nach dem Tod des Wittelsbachers Herzog Otto III. von Niederbayern kommt es wegen dessen festgelegter Vormundschaft für seinen Sohn Heinrich, sowie seine Neffen zu Zwistigkeiten, da sein Vetter Ludwig I. von Oberbayern damit betraut wurde. Der Niederbayrische Adel fühlte sich dadurch in seinen Rechten geschmälert und rief die Habsburger um Hilfe. Im Herbst 1313 erreicht der Streit zwischen den Habsburgern und den Wittelsbachern ihren Höhepunkt. In der Schlacht bei Gammelsdorf (Bayern) erleidet das Heer Herzog Friedrich I. des Schönen, eine Niederlage gegen die Truppen Herzog Ludwigs IV. von Oberbayern. Der Streit um die Vormundschaft ist der Auftakt zu den Thronstreitigkeiten zwischen Habsburgern und Wittelsbachern ab dem Jahre 1314. Im Jänner dieses Jahres überfallen die Schwyzer das unter habsburgischem Schutz stehende Kloster Einsiedeln - damit beginnt der offene Konflikt zwischen Habsburgern und den seit 1291 verbündeten Schweizern.

Ludwig IV. von Oberbayern, Reitersiegel um 1294

Im Jahre 1314 gibt es erneut eine Königsdoppelwahl im Reich. Es kommt zwischen Friedrich I. von Habsburg und Herzog Ludwig IV. von Oberbayern zum Streit um die Königskrone.

Friedrich I. 

Friedrichs Bruder, Herzog Leopold I., erleidet am 15. November 1315 eine vernichtende Niederlage. Südlich des Ägerisees, am Pass Morgarten kommt es zur entscheidenden Schlacht zwischen dem Herzog und den Schweizer Waldstätten. Das mehr als doppelt so starke Heer der Habsburger wird von rund 1000 Eidgenossen zwischen dem See, einem Sumpf und einem Gebirge eingeschlossen und fast völlig vernichtet. Im März 1316 bestätigt König Ludwig IV. den Schweizer Waldstätten ihre Privilegien und Rechte, zudem zieht er die in diesem Gebiet liegenden Besitzungen der Habsburger zugunsten des Reiches ein. Zwei Jahre später schließt Herzog Leopold I. ebenfalls einen Waffenstillstand mit den Schweizer Waldstätten.

Die Schlacht bei Mühldorf am Inn, bringt am 28. September 1322 die Entscheidung im deutschen Thronstreit. Herzog (und Gegenkönig) Friedrich I. tritt, ohne die Hilfe seines herannahenden Bruders Leopold I. abzuwarten, in die Schlacht ein. Nach anfänglichen Erfolgen des habsburgischen Heeres, zieht König Ludwig IV. von Bayern, die bis dahin abseits gehaltene Reiterei des Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg hinzu und entscheidet die Schlacht für sich. Zahlreiche Österreicher fallen, Herzog Friedrich I. der Schöne, wird gefangengenommen und auf  Burg Trausnitz an der Naab (Bayern) interniert. 1325 wird er aus der Gefangenschaft entlassen. Er vermochte es nie, sich als Gegenkönig durchzusetzen und stirbt am 13. Jänner 1330 auf Burg Gutenstein in Niederösterreich.

Die Schlacht bei JEDENSPEIGEN u. DÜRNKRUT

Die Schlacht nahe den Ortschaften Dürnkrut und Jedenspeigen in Niederösterreich am 26. August 1278 zwischen dem Böhmenkönig Przemysl Ottokar II. und dem Habsburger Rudolf I. gilt nach Hastings in England als die zweitgrößte Ritterschlacht der Geschichte.

Die Kontrahenten
Ottokar II. wurde nach einer Revolte gegen seinen Vater, König Wenzel I., vom Adel zum Mitregenten bestellt. Durch seine Heirat mit Margarete von Österreich (gestorben 1267), der Schwester des letzten Babenbergers, kam er 1251 in den Besitz Österreichs, 1260 erhielt er noch die Steiermark und 1269 Kärnten und Krain. Er beteiligte sich an zwei Kreuzzügen des Deutschen Ordens gegen die Preußen. Er förderte die Einwanderung von Deutschen nach Böhmen und Mähren. Sein umfangreicher Herrschaftsbereich ließ ihn zum mächtigsten Reichsfürsten werden; aber sein Griff nach der deutschen und später nach der ungarischen Krone war vergeblich. 1273 verweigerte er dem Sieger im Ringen um die Königskrone, Rudolf I. aus dem Hause Habsburg, die Huldigung, weshalb er 1275 in Reichsacht geriet.

Rudolf, geboren am 1. Mai 1218 erweiterte den habsburgischen Besitz im Elsass, in der Schweiz und in Schwaben und wurde zum mächtigsten Fürsten im Südwesten des Reiches. Im Oktober 1273 wurde der bereits 55 Jahre alte Graf Rudolf IV. von Habsburg von den Kurfürsten auf Drängen Papst Gregors X. (Pontifikat 1271-1276) zum König gewählt und damit endete das Interregnum, die 23 herrscherlosen Jahre im Deutschen Reich. Im Dezember desselben Jahres verkündete er den allgemeinen Landfrieden für das Reich und fordert die seit 1245 widerrechtlich erworbenen Reichsgüter zurück.

Die Vorgeschichte zur Schlacht
Rudolfs Wahl wurde von Alfons X. von Kastilien und dem Böhmenkönig Przemysl Ottokar II. angefochten. Während Alfons X. seinen Widerstand aufgab, verweigerte Ottokar weiterhin die Anerkennung des neuen Königs und vor allem die Herausgabe der Reichslehen, die er eigenmächtig besetzt hatte. Zwei Jahre später (1275) werden König Przemysl Ottokar II. die babenbergischen und spannheimischen Besitzungen entzogen, da er sich geweigert hatte bei König Rudolf I. um eine Neubelehnung anzusuchen.

Die Stadt Wien ist zu dieser Zeit dem Böhmenkönig treu ergeben, er half schließlich den Bürgern beim Wiederaufbau der im Frühjahr 1276 durch Feuersbrünste fast gänzlich vernichteten Stadt. Mitte desselben Jahres wird gegen König Przemysl Ottokar II. der Reichskrieg beschlossen. Am 18.September 1276 belagert Rudolf I. das ottokartreue Wien. Nach einer kampflosen Unterwerfung muss Przemysl Ottokar II. vor den Toren Wiens mit Rudolf I. Frieden schließen. Erstmals besiegte Rudolf seinen Rivalen und zwang ihn zum Verzicht auf Österreich, die Steiermark, Kärnten, Krain und die windische Mark. Er wurde dafür jedoch mit Böhmen und Mähren belehnt. Knapp zwei Jahre später, erhält Wien von König Rudolf I. die alten Stadtrechte bestätigt und wird zum dritten Mal zur freien Reichsstadt erhoben. Beinahe zur selben Zeit zieht der Böhmenkönig mit seinem Heer gegen Österreich.

Die Schlacht
Am 26. August 1278 treffen bei den Orten Dürnkrut und Jedenspeigen die Heere Rudolfs I. und Przemysl Ottokars II. aufeinander. In drei Treffen zu jeweils zwei Gruppen kämpfen Österreicher, Steirer, Kärntner, Salzburger, Schwaben, Schweizer und König Ladislaus IV. von Ungarn auf der Seite des Habsburgers gegen ebenfalls drei Treffen aus Böhmen, Mähren, Thüringern, Meißnern, Bayern, Schlesiern, Sachsen und Polen. Die Heere beider Kontrahenten werden auf jeweils 30 000 Mann geschätzt. Gegen Mittag gelang Rudolf , dessen Ritter bereits deutlich geschwächt waren, die entscheidende Wende. Sechzig Ritter brachen in Form eines Keiles in die Flanke der Böhmen und spalteten deren Heer in zwei Teile. Dieser unerwartete und völlig überraschende Flankenangriff führte zu einer panikartigen Flucht des böhmischen Heeres - König Przemysl Ottokar II. wurde auf der Flucht erschlagen - und die Verluste seines Heeres sollen bei 12 000 Mann gelegen haben. Ein großer Teil war auf dem Schlachtfeld gefallen und angeblich noch mehr waren beim Versuch, über die March zu entkommen, ertrunken. Nach seinem Sieg zog Rudolf langsam nach Böhmen und nach einer bindenden Abmachung mit der Königinwitwe Kunigunde war der Konflikt zwischen beiden Königen Rudolf und Ottokar endgültig beendet. Böhmen und Mähren verblieben im Besitz von Ottokars Sohn Wenzel II.

 

 

Hainburg an der Donau

 

 

Geschichte Hainburgs in Zahlen

5000 - 4000 v. Chr. Jungsteinzeitliche Siedlung und Grabfunde im Teichtal
2000 - 1500 v. Chr. Bronzezeit: das Teichtal ist besiedelt; belegt durch 330 Gräber mit reichen Beigaben aus der "Wieselburger Kultur" (benannt nach Wieselburg in Ungarn); die dazugehörige Siedlung wurde noch nicht lokalisiert

750 - 0 v. Chr. In der Hallstattzeit (750 - 450 v. Chr.)

wird die spätkeltische Höhensiedlung auf dem Braunsberg errichtet .Sie besteht wahrscheinlich bis zur Latenezeit um Christi Geburt. Die Höhensiedlung behütete einen uralten Donauübergang, nämlich die sogenannte "Bernsteinstraße".
6 n. Chr. Der römische Schriftsteller Paterculus erwähnt "Karnuntum, ein Ort im Königreich Noricum". Dieser Ort, dem das spätere Carnuntum seinen Namen verdankt, könnte die Siedlung auf dem Hainburger Braunsberg gewesen sein.
1042 Der Name "Hainburg" wird das erste Mal erwähnt. In dieser Zeit werden die Befestigungsanlagen der ersten, eigentlich noch ungarischen Heimenburg, vom deutschen Kaiser zerstört.
1050 Im Auftrag des deutschen Kaisers Heinrich III. wird die Heimenburg auf dem Schlossberg unter der Leitung des Bischofs Gebhard von Regensburg erbaut (zusammen mit dem Herzog von Bayern und dem Markgrafen Adalbert von Babenberg).
nach 1055 Hainburg kommt unter die Kontrolle der Vohburger
1080 Vohburger werden verdrängt durch die Babenberger, die die Gewinner des Investiturstreites zwischen Kaiser und Papst sind (Vohburger waren Kaiseranhänger, Babenberger waren Papstanhänger)
1177 - 1194 Herzog Leopold V. ist der erste Babenberger, der Hainburg vollständig kontrolliert. Kurz vor seinem Tode investiert er noch Teile des Lösegeldes für Richard Löwenherz in den Befestigungsbau von Hainburg.
ab 1194 Hainburgs steiler Aufstieg beginnt: als Residenz der Landesfürsten, als überregionaler reicher Handelsplatz, als zentraler Ort eines riesigen Burg-, Pfarr- und Landgerichtsbezirks. (Eine Nennung Hainburgs im "meistgelesenen Werk des Mittelalters - dem Nibelungenlied" belegt, dass Hainburg im Mittelalter ein Begriff war.)
1230 - 1244 Erbauung von Ungar- und Wienertor
1246 Herzog Friedrich II. (=letzte männliche Babenberger) stirbt; seine Schwester Königinwitwe Margarethe von Österreich nimmt in Hainburg ihren Wohnsitz ein
(Theodorapalast)
11.2.1252 Ottokar II. Premysl heiratet Margarethe in der Pankratiuskapelle am Schlossberg
1282 !!! Nach dem Tod Ottokars (1278 - Schlacht bei Jedenspeigen u. Dürnkrut...) fällt Hainburg an die Habsburger. Burg und Herrschaft werden von den häufig in Geldnot befindlichen Herrschern finanziell ausgebeutet und immer wieder an verschiedenste Adelige verpfändet. Der allmählich Abstieg und der wirtschaftliche Rückgang des Ortes beginnt.
1356

Beginn der Verpfändungen: 1. Pfandinhaber ist Alber von Puchheim

1451 Kaiser Friedrich III. verleiht Hainburg ein Grundsiegel
1482 Matthias Corvinus erobert die Stadt, die von Maximilian befreit wird
1529 Hainburg wird von den Türken zerstört (Soliman I.)
1629 Die Stadt erwirbt die Herrschaft Hainburgs
frühes 17 Jhd. Das Landgericht der Herrschaft Hainburg ist für eines der dunkelsten Kapitel in der Hainburger Geschichte mitverantwortlich. Hier gibt es die opferreichste Hexenverfolgungswelle im Bereich von Wien und Niederösterreich.
11.7.1683 Hainburg wird von den Türken erobert und niedergebrannt. Tausende Menschen werden getötet oder verschleppt. Von der kompletten Zerstörung wird sich Hainburg nur sehr langsam erholen.
1714 Ausbau der Pfarrkirche im barocken Stil (Chor ist gotisch)
1724 Gründung einer Tabakmanufaktur (ehem. Minoritenkloster)
1737-1740 Joseph Haydn besucht in Hainburg die Schule.
1749 Errichtung der Mariensäule (gestiftet von Maria Oppitz)
1756 - 1757 Errichtung des Kirchturms durch Matthias Gerl
1757 Graf Gabriel Bethlen läßt am Fuße des Schlossberges das neue Schloss errichten.
1852 Das Schloss wird vom Staat gekauft und in ein Kadetteninstitut umgewandelt
1867 Gründung der Sparkasse der Stadt Hainburg
1886 Bau der Bahnstrecke Hainburg - Bruck an der Leitha
1908 Eröffnung der Bürgerschule (Hauptschule)
1914 Hainburg erhält elektrisches Licht; die Pressburger Bahn wird eröffnet
1919 Hainburg hat 7551 Einwohner
1927 Entdeckung der frühbronzezeitlichen Höckergräber (Teichtal)
1932 Haydn-Feierlichkeiten: Wiederaufstellung des Stadtbrunnens, Einweihung der Haydn-Gedächtnis-Orgel
1935 Bezeichnung "Hainburg an der Donau" ist verbindlich
Die Geschichte Hainburgs in den beiden Weltkriegen wird in einer eigenen Zusammenstellung an späterer Stelle beleuchtet.

 



Das Wienertor, ein Wahrzeichen von Hainburg

Das Wienertor, das wohl bekannteste Bauwerk in der Hainburger Wehranlage, ist in seiner baugeschichtlichen Bedeutung sicher eine der interessantesten mittelalterlichen Torburgen Europas. Der 20 m hohe Bau, über dem sich eine 11 m hohe (abtragbare) Dachkonstruktion erhebt, wurde offensichtlich in zwei verschiedenen Bauepochen errichtet. Der untere Teil, mit den beiden halbrunden, in 22 Buckelquaderschichten emporragenden Türmen, ist mit Sicherheit ins 13. Jahrhundert zu datieren. Die mit Bogenscharten bestückten Turmvorbauten flankieren die von mehreren Spitzbögen überwölbte Toreinfahrt, über der sich vermutlich ein, die Türme überragender Aufbau befand.  

 

An den beiden Torvorbauten befinden sich auf der Höhe des ersten Spitzbogens zwei bereits stark beschädigte Ritter- (Trutz-) Figuren. Die kunstgeschichtliche Bedeutung dieser beiden Hochrelieffiguren ist unbestritten. Ihre komplizierte Haltung und die Körperdrehung lassen auf die Spätromanik als Entstehungszeit schließen. Damit ist neben dem Buckelquadermauerwerk und der repräsentativen Konzeption der monumentalen Torburg ein entscheidender Anhaltspunkt zur Datierung des Bauwerkes gegeben: es dürfte demnach unter Friedrich II., dem letzten Babenbergerherzog, um 1240-44 errichtet worden sein. Auch die mit zwei spitzbogigen Kreuzgewölben überdeckten ebenerdigen Räume in den beiden Seitentürmen bestärken diese Annahme.  

Das über den Buckelquadern aufgehende Mauerwerk aus Bruchsteinen (nur die Ecken und die Schießscharten werden von glatten Quadern gebildet) wurde im vierten Geschoss mit einer Brustwehr aus hohen Zinnen abgeschlossen. Um das 3. Geschoss führte ein hölzerner Wehrgang, wie aus Balkenlöchern und vermauerten Ausgängen zu ersehen ist. Diese Erhöhung und Verstärkung der Torburg dürfte unter König Premysl Ottokar II. durchgeführt worden sein.  

 

Vom Erdgeschoss weg wird das Gebäude durch Holzdecken in vier Geschosse unterteilt. Durch stadtseitig gelegene Steinstiegen in den beiden Turmflügeln gelangt man ins erste Stockwerk, das als einziges durch Mauern in drei Räume gegliedert ist. Vom mittleren, genau über der Durchfahrt, konnte das Fallgatter herabgelassen werden. In den Fußböden der darüber liegenden Geschosse war genau über diesem Raum eine quadratische Aussparung für einen Lastenaufzug; die Seilwinde steht noch im Dachgeschoss.  

Das Wienertor im Schnitt

Im beginnenden 16. Jahrhundert wurde der Torbau für die Pulverwaffen umgerüstet und erhielt ein mächtiges Vorwerk, das zusammen mit Graben und Zugbrücke eine erhebliche Verstärkung des Tores darstellte. Aus dieser Zeit dürften auch die im dritten und vierten Geschoss rundum laufenden Spruchbänder stammen, die zur Einteilung und Ordnung von Waffen und Gerätschaft dienten. Daraus ersieht man, dass die Torburg als Zeughaus verwendet wurde. Bemerkenswert erscheint, dass dieser monumentale Torbau nicht nur den Türkensturm von 1683, sondern auch die folgenden Kriegsereignisse im Laufe der Geschichte ohne größere Beschädigungen überstand. In den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts, in denen die Ostgrenzen noch nicht geöffnet waren, setzte aber damals schon der Schwerverkehr dem Wienertor so stark zu, dass in den Jahren 1976-1977 eine umfassende Sanierung durchgeführt werden musste.

Dadurch konnte die Bausubstanz des Hainburger Wahrzeichens gesichert werden. Die Schäden, die durch die Auspuffgase an den Steinen der Durchfahrt entstanden sind und weiterhin zunehmen, sowie der erbärmliche Zustand der beiden wertvollen Ritterskulpturen sind allerdings dringendst zu lösende Aufgaben.

 

Die Blutgasse in Hainburg

     
Das Blutzeichen

Das unglücklichste Jahr Österreichs war das Jahr 1683 wegen des verheerenden Türkeneinfalls. Die Stadt Hainburg hatte sich heldenmütig verteidigt, mußte aber der stürmenden Übermacht der Türken unterliegen.

Fischertor, Hainburg

 

Sämtliche Bewohner, man sagt 8423 an der Zahl, flohen gegen das Fischertor, in der Hoffnung, durch selbes sich retten zu können. Allein auch hier drangen die Barbaren ein, und ermordeten die zusammengedrängte ganze Volksmasse bis auf fünf Personen.

Fischertor, Hainburg
"Jüngstes der drei Stadttore, im späten 13. Jhdt. errichtet."
"Dem Andenken der am 12. Juli 1683 nach Erstürmung der Stadt
von den Türken niedergemetzelten Einwohner Hainburgs.
Errichtet anlässlich der Feier des 1000 jährigen Bestandes der Stadt Hainburg 1894."


Noch ist an einer Mauer das Denkzeichen zu sehen, wie hoch das Blut dieser Schlachtopfer angeschwollen war. Man nennt es das Blutzeichen zu Hainburg.


Blutgasse, Hainburg

 

Einige Bilder aus der Stadt und der nahen Umbebung...

 

Burgruine am Schlossberg, Nordtor der Hainburger Bundesheer-Kaserne ( Marc-Aurel Kaserne )

 

Dampflok am Personenbahnhof

 

Alte Stadtansicht, aufgenommen aus der Au

Das Wienertor, eines der Hainburger Stadttore

 

Die Hainburger Au

 

Das Ungartor

 

 

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